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Geografische Lage

Die Thüringer Kleinstadt Schlotheim zählt mit seinen Ortsteilen Hohenbergen und Mehrstedt ca. 4800 Einwohner. Unsere Stadt liegt genau zwischen Harz und Thüringer Wald, genau im Unstrut-Hainich-Kreis (Kreisstadt Mühlhausen) und grenzt an den Kyffhäuser-Kreis (Kreisstadt Sondershausen). An das übergeordnete Straßennetz ist Schlotheim durch die B 249 (Eschwege - Sondershausen) angebunden. Nach 25 km (Leinefelde) gelangt man auf die Autobahn A 82 (Halle - Göttingen), oder nach 50 km zur Autobahn A 4 (Frankfurt - Dresden) und zur Autobahn A 71 (Erfurt - Schweinfurt). Leider wurde die Nebenstrecke der DB (Schlotheim - Mühlhausen) vor einigen Jahren abgebaut.

"Schlotheim ist zwar nicht der Nabel der Welt, aber dafür liegt es mitten in Deutschland." [1]

Schlotheims Geschichte [1] [2]

Eine ottonische Burg mit Hof wird 974 erwähnt (tam civitates quam curtes..in Sletheim). Im hohen Mittelalter entstand dann eine Herrenburg in der großen ottonischen Anlage. Im Jahre 1271 erfährt man von einer seit etwa 1170 in Schlot-heim ansässigen, begüterten und adligen Familie: "den Herren von Schlotheim". Sie stifteten 1285 das damals noch vor Schlotheim gelegene Nonnenkloster der Augustinerinnen. Die Truchsesse von Schlotheim prägten seit etwa 1260/65 eigene Münzen. Daher vermutet man schon damals einen Marktverkehr in Schlotheim angenommen werden. Der Ort dürfte spätestens Anfang des 13. Jahrhundert Stadtrechte erhaltent haben und wird bereits 1277 als cititas erwähnt.

Im Jahre 1294 wurde die Stadt bei einem Angriff König Adolfs gegen die Schwarzburger und Schlotheimer niedergebrannt.

Die Grafen von Schwarzburg kauften 1339 den sich langsam erholenden Ort und umgaben die Stadt mit einer Mauer und zwei Toren.

Ab 1426  begann die Herrschaft "von Hopfgarten".

Im Bauernkrieg 1525 wurden das Kloster und das Schloss von den aufständischen Bauern geplündert und Thomas Müntzer kurz vor seiner Hinrichtung (Mühlhausen) hier im Fürstenlager gefangen gehalten.

In wenigen Stunden brannte am 17. April 1547 fast die gesamte Stadt nieder. 

Im Dreißigjährigem Krieg (1618 - 1648) verelendete die Bevölkerung von Schlotheim durch Überfälle, Plünderungen, Einquartierungen und Durchzüge von Truppen sowie durch auferlegte Kontributionen völlig. Seuchen wie Pest taten ihr übriges. Allein 1626 starb ein Drittel der Gesamtbevölkerung an dieser furchtbaren Epidemie. Eine Inschrift am sogenannten "Löwenhaus" in der Mehlergasse erinnert noch heute an diese Zeit.

Nach dem großen Stadtbrand 1766 schuf der allgemeine Neubau Schlotheims ein neues Stadtbild. Maximilian Ernst von Hopfgarten ließ 1768 die alte Burg abreißen und den Herren von Schwarzburg-Sondershausen nacheifern, begannen die Hopfgartens mit der Errichtung eines stattlichen Barockschlosses.

 

   Foto:  Stefanie Grimm

Das 1721 erbaute Rathaus wurde wegen Baufälligkeit im Jahre 1973 abgerissen. Ein Vorgänger ist z.Z. nicht bekannt.

Die Pfarr- oder Stadtkirche ist dem Salvator (Erlöser) geweiht. Die Salvator- und Kaiserverehrung ist eine spezielle Erscheinungsform der Theologie zur Zeit Karl des Großen. Die heutigen frühgotischen Bauteile der Stadtkirche dürften noch vor der Gründung des Nonnenklosters im Jahre 1285 entstanden sein.

   

    Foto:  Dr. H. Hader

Bis ins 16. Jahrhundert läßt sich die Tradition der Seilerei zurückverfolgen. So entstand aus der Leineweberei, auf die noch heute Namen wie Flachsmarkt und Hanfsee hinweisen, das Seilerhandwerk in Schlotheim. 1836 errichtete ein Kaufmann Krackrügge aus Erfurt den ersten Großbetrieb in Schlotheim.

In der Nacht vom 7. zum 8. November 1926 wurde Schlotheim von einer schweren Unwetterkatastrophe heimgesucht. In wenigen Stunden waren die Wassermassen zum reißenden Fluss geworden und überfluteten nun Sorge, Krautgasse, Mehlergasse, untere Bahnhofsstraße und den unteren Steinweg. Zum Glück kamen keine Menschen ums Leben. Viele Bürger verloren jedoch ihre Häuser. Insgesamt stürzten 15 Gebäude ein und 62 Familien wurdeh obdachlos.

Auch wenn Schlotheim von den eigentlichen Kriegshandlungen im 2. Weltkrieg verschont blieb, so brachte er viel Leid. 316 Schlotheimer mußten ihr Leben lassen. Zum Gedenken an die Opfer der zwei Weltkriege steht ein Denkmal auf dem Schlotheimer Kirchhof.        


   

Foto:  Stefanie Grimm

Der weitere Weg Schlotheims muß in enger Verbindung mit der Entwicklung des geteilten Deutschlands gesehen werden. Auf der Basis, des in der DDR herrschen den Systems, nahm Schlotheim als Industriestandort eine progressive Entwicklung.

Die Wende im November 1989 brachte Schlotheim eine einschneidende strukturelle Veränderung. Fast alle Betriebe mußten schließen. Tausende Arbeitsplätze gingen verloren.

Heute hat sich viel geändert, Handel und Dienstleistungen erlebten einen Aufschwung und das produzierende Gewerbe hatte sich auch wieder erholt und lässt für die Zukunft Zuversicht aufkommen.

[1]  Stadtverwaltung Schlotheim , 1997

[2]  Mühlhäuser Heimathefte , 1985

 
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